Eine
fachliche Qualifikation wird meist als Basis angesehen, um überhaupt zu
arbeiten. Ob es sich um einen Hirnchirurgen handelt oder einen
Produktionsarbeiter, beide müssen etwas von ihrem Fach verstehen. Es
geht um sachliche Vorgänge und das Wissen darum, was zu tun ist und wie
auf etwaige Störungen zu reagieren ist. Diese Fähigkeiten, dieses Wissen
müssen sie mitbringen und in Form von Zeugnissen und anderen Dokumenten
nachweisen können.
Etwas
anders stellt sich die Situation nach meiner Erfahrung im
pädagogischen, psychologischen, sozialen und pflegenden Bereich dar.
Selbstverständlich
ist hier auch Fachwissen erforderlich. Ein Dozent sollte
Moderationstechniken kennen und ein Krankenpfleger sollte einen Verband
anlegen können, etc. Bei aller Fachlichkeit steht aber eine Sache
unbedingt immer im Vordergrund: der Umgang mit dem Menschen!
Empathisches
Verständnis, positive Annahme des Menschen, eine hilfreiche
Ausstrahlung, all diese Fähigkeiten lassen sich nur schwerlich während
des Studiums oder der Ausbildung lernen. Erschwerend kommt weiter hinzu,
dass es meist kein entsprechendes Ausbildungsfach gäbe...
Ich
habe schon hochqualifizierte Fachkräfte erlebt, die kaum in der Lage
waren mit Patienten adäquat umzugehen. Ebenso habe ich Hilfskräfte im
Pflegebereich erlebt, die praktisch die Stationsleitung übernommen
hatten. Inklusive der nötigen Administration. Die eigentliche Leitung
stand mit ihrer Unterschrift dafür ein und konzentrierte sich auf eine
andere Station.
Solche Diskrepanzen zwischen der sachlichen Qualifizierung und der menschlichen Eignung sind keine Seltenheit!
Es zeigt sich immer wieder, dass fachliche ohne menschliche Eignung und anders herum nicht weiter bringt.
Es gibt wohl nur zwei Möglichkeiten dieser Erkenntnis gerecht zu werden:
1. die Ausbildungsstandards ändern und Softskills mit aufnehmen
2. Ausnahmeregelungen für die Einstellung von Menschen finden, die auch ohne die schulische Ausbildung geeignet sind.
(ursprünglich veröffentlicht am 02.07.2011)
www.dreier-kukt.de
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