Samstag, 18. Mai 2013

Wieviel Fachlichkeit braucht der soziale Bereich?

Eine fachliche Qualifikation wird meist als Basis angesehen, um überhaupt zu arbeiten. Ob es sich um einen Hirnchirurgen handelt oder einen Produktionsarbeiter, beide müssen etwas von ihrem Fach verstehen. Es geht um sachliche Vorgänge und das Wissen darum, was zu tun ist und wie auf etwaige Störungen zu reagieren ist. Diese Fähigkeiten, dieses Wissen müssen sie mitbringen und in Form von Zeugnissen und anderen Dokumenten nachweisen können.

Etwas anders stellt sich die Situation nach meiner Erfahrung im pädagogischen, psychologischen, sozialen und pflegenden Bereich dar.
Selbstverständlich ist hier auch Fachwissen erforderlich. Ein Dozent sollte Moderationstechniken kennen und ein Krankenpfleger sollte einen Verband anlegen können, etc. Bei aller Fachlichkeit steht aber eine Sache unbedingt immer im Vordergrund: der Umgang mit dem Menschen!

Empathisches Verständnis, positive Annahme des Menschen, eine hilfreiche Ausstrahlung, all diese Fähigkeiten lassen sich nur schwerlich während des Studiums oder der Ausbildung lernen. Erschwerend kommt weiter hinzu, dass es meist kein entsprechendes Ausbildungsfach gäbe...

Ich habe schon hochqualifizierte Fachkräfte erlebt, die kaum in der Lage waren mit Patienten adäquat umzugehen. Ebenso habe ich Hilfskräfte im Pflegebereich erlebt, die praktisch die Stationsleitung übernommen hatten. Inklusive der nötigen Administration. Die eigentliche Leitung stand mit ihrer Unterschrift dafür ein und konzentrierte sich auf eine andere Station.
Solche Diskrepanzen zwischen der sachlichen Qualifizierung und der menschlichen Eignung sind keine Seltenheit!

Es zeigt sich immer wieder, dass fachliche ohne menschliche Eignung und anders herum nicht weiter bringt.

Es gibt wohl nur zwei Möglichkeiten dieser Erkenntnis gerecht zu werden:
1. die Ausbildungsstandards ändern und Softskills mit aufnehmen
2. Ausnahmeregelungen für die Einstellung von Menschen finden, die auch ohne die schulische Ausbildung geeignet sind.

Selbstverständlich bleibt bei fehlenden Softskills auch immer noch die Möglichkeit einen kompetenten Coach oder Trainer aufzusuche.

(ursprünglich veröffentlicht am 02.07.2011)

www.dreier-kukt.de

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