So im Alter von 15 Jahren kamen dann die
ersten Rechner auf. Ich war stolzer Besitzer eine Comodore VC20 mit 32
kB. Ich lernte ein wenig in TurboPascal zu programmieren und in der
Clique spielten wir alles, was die Datasette hergab.
Sehr zum Leidwesen unserer Eltern waren
wir nun kaum noch draußen. „Man kann doch nicht den ganzen Tag vor dem
Computer sitzen!“ hörte ich häufig. Doch, das konnten wir damals alle.
Mein größter Traum war ein Akustikkoppler, um in das glorifizierte Netz
vordringen zu können. Mangels Möglichkeiten verabredeten wir uns aber
weiter im „real live“.
Heute sind meine Kinder in dem Alter und
die Entwicklung ist nicht stehen geblieben. Wovon wir früher nicht zu
träumen gewagt hätten ist wahr geworden: Um sich mit Freunden zu
treffen, muss man nicht einmal das Zimmer verlassen.
Allein der Raum hat sich geändert. Es findet mehr Sozialisation im virtuellen Raum statt als in der Realität.
Wenn ich nun die Prognose stelle: „Das
ist nicht gut. Aus den Menschen kann nichts werden.“ höre ich ein wenig
meine Eltern und Großeltern in meiner Stimme. Die hatten nicht Recht mit
ihrer düsteren Ahnung. Und doch: die Welt hat sich geändert. Und das
wird sie sicher auch weiterhin tun. Welche Auswirkungen der heutige
Wandel in der Freizeitgestaltung der Jugendlichen wirklich haben wird,
lässt sich sicher erst in 20 Jahren sagen.
Was bleibt ist eine diffuse Angst um die Kinder und die Hoffnung, dass sie dennoch glücklich werden...
Ursprünglich veröffentlicht am 23.01.2011 bei "Blog am Sonntag"
Ursprünglich veröffentlicht am 23.01.2011 bei "Blog am Sonntag"
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