Samstag, 18. Mai 2013

Was tun, wenn Ängste lästig werden?

 Ängste sind nicht nur völlig normal, sie sind sogar für unser Überleben notwendig! Wenn wir zum Beispiel über eine Straße laufen und eine Autohupe hören, werden wir automatisch so schnell wie möglich die Straße verlassen. Was uns in diesem Moment antreibt ist die Angst. In einem Bereich unseres Gehirns wird eine Reaktion ausgelöst, die uns instinktiv reagieren lässt und unser Denken „ausschaltet“. Es wäre unter Umständen fatal, wenn wir zunächst überlegen würden, woher das Geräusch der Hupe kam und warum dort jemand auf die Hupe drückt.

Es handelt sich hier um das gleiche instinktive Verhalten, dass Tiere bei der Witterung eines Feindes oder einem ungewohnten Geräusch weglaufen lässt. Eine überlebenswichtige Reaktion!

Wie ist es aber, wenn unser Denken und Handeln gelähmt wird durch Angstreaktionen, die sachlich betrachtet nicht notwendig sind? Bei der Prüfungsangst ist es zum Beispiel so, dass wir mit Angst auf die Prüfungssituation reagieren und dadurch unser Denken eingeschränkt wird. Dies löst einen Teufelskreis aus. Wir merken, dass uns das Denken schwer fällt und die Angst zu versagen wird größer. Dadurch wird unser Denken nun noch stärker blockiert...

Bei jeder Angst greift das selbe Prinzip. Ein bestimmtes Signal (Witterung von Gefahr, Hupen als Warnsignal, Prüfungssituation oder ähnliches) löst in unserem Gehirn eine Angstreaktion aus. Nun reagieren wir instinktiv unbewusst und ohne den Umweg über unseren Verstand. Unser Verstand wird also blockiert oder arbeitet langsamer.

Durch Verhaltenstherapie oder andere therapeutische Ansätze wird versucht, dem Verstand wieder zu seinem Recht zu verhelfen und den Menschen in seiner Fähigkeit zu bestärken, in angstbesetzten Situationen die Kontrolle über sich und sein Verhalten zu behalten. Diese starke Kontrollausübung wird meist als belastend und Kräfte zehrend erlebt.

Ein anderer Weg ist das „Entkoppeln“ des Signals von der Angstreaktion.

Es gibt Signale, auf die wir notwendiger Weise mit Angst reagieren. Ängste werden dann lästig, wenn wir auf ein Signal mit Angst reagieren, ohne dass eine Notwendigkeit hierzu besteht. Wie es zu solchen Koppelungen von zum Beispiel der Prüfungssituation und der Angstreaktion kommt ist sicher eine interessante Frage, die allerdings nicht zu einer Lösung der Situation führt.

Durch Methoden des Neurolinguistischen Programmierens und Übungen der Autosuggestion ist es möglich, ein auslösendes Signal, wie zum Beispiel die Prüfungsangst, von der Angstreaktion abzukoppeln und dafür mit einer hilfreicheren Reaktion, wie zum Beispiel einer gesteigerten Konzentration, zu verkoppeln.

© für die Photos: S.Hofschlaeger/pixelio.de (Kind) aksel/pixelio.de (Auge) joakant/pixelio.de (Antilope)

(ursprünglich veröffentlicht 28.02.2011) 

www.dreier-kukt.de

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