Samstag, 18. Mai 2013

Der letzte Tag. Wann denn nun?

In meinem Leben gab es schon vier Weltuntergänge. Drei davon in den letzten 25 Jahren. Während ich den ersten Weltuntergang noch mit einer mystischen Neugier und einem etwas flauem Gefühl im Magen erwartete, ist es mittlerweile Routine geworden.

Es geht ein gewisser Reiz davon aus, sich vorzustelle, die Welt würde sich wandeln. Das Ende der Welt aus den Prophezeiungen ist vielleicht eher als Neuanfang zu sehen.

Erschreckend ist es für mich, dass die Weltuntergangsvorstellung mir immer häufiger in Zusammenhang mit einer anderen Begeisterung begegnet: die große Freiheit am Tag davor. Man kann sein ganzes Geld ausgeben, feiern, alles lassen, wozu man keine Lust hat und nur tun, was einem gefällt. Keine Rücksicht nehmen müssen. Sich nicht an Gesetz und Moral halten müssen. Gar kein Müssen mehr. Nur noch Spaß haben...

"Lebe jeden Tag, als wenn es dein letzter wäre." An den Satz denken sicher viele Leser jetzt. Ist das die Moral? Also Party ohne Ende und alles ist gut?

Ich denke nicht. Die Kunst, das Leben zu geniesen und jeden Tag so zu leben, als wenn es der letzte wäre, liegt darin, beides zu akzeptieren UND zu genießen. Sicher, es gibt schöneres als den ganzen Tag zu arbeiten, Schmerzen zu haben, geliebte Menachen zu verlieren, etc. Aber all dies gehört eben genauso zum Leben, wie all die Höhepunkte. Leben ist beides. Und das Leben genießen bedeutet eben auch beides zu genießen! Wer das kann, nämlich im Schmerz das Leben in sich spüren, hat wohl nichte mehr zu fürchten und braucht keinen letzten Tag.

Meinetwegen kann sich die Welt ewig weiter drehen und wandeln! Und hört sie doch einmal damit auf, ich werde bis dahin jede Sekunde genießen..

www.dreier-kukt.de

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