Wer genügend Geld hat, hat die Freiheit
alles zu machen. Ist das wirklich so? Unbestritten kann man sich um so
mehr leisten, um so mehr Geld man hat. Ab einem bestimmten finanziellen
Hintergrund kann man sich leisten, wonach einem gerade ist. Doch zu
welchem Preis?
Setzen wir zunächst den finanziellen
Rahmen etwas niedriger an, nämlich bei dem Kauf eines Hauses. In der
Regel wird für einen Hauskauf ein Kredit aufgenommen. Hier entsteht also
eine offensichtliche Abhängigkeit von der eigenen Leistungsfähigkeit.
Die Raten wollen abbezahlt werden und – was noch dazu kommt – das Haus
will gepflegt werden. Es gibt also bestimmte Bedingungen, die man
erfüllen muss, um das Haus behalten zu können.
Die meisten Menschen kaufen sich nun ein Haus, um es zu behalten. Damit sind sie gezwungen, diese Bedingungen einzuhalten.
Die meisten Menschen definieren sich,
bzw. werden definiert, durch ihren gesellschaftlichen Stand oder Status.
Dazu gehört auch der Besitz. Ich wage die These aufzustellen, dass um
so mehr ein Mensch besitzt, er um so mehr von anderen nach seinen
Besitztümern definiert/angesehen wird.
Die meisten Menschen, die mir begegnet
sind, haben zumindest zu einem Teil ihr Selbstwertgefühl und damit ihr
Selbstbild aus den Meinungen anderer definiert. Wie wird ein Mensch
beurteilt, der seinen finanziellen Besitz verliert oder aufgibt?
Das Leben in Besitzlosigkeit ist nun
nicht der einzige Weg zur Freiheit, denn das Problem ist letzten Endes
nicht der Reichtum oder Besitz an sich, sondern vielmehr das Haften
daran.
Mit dem Haften an Materiellem meine ich
die Abhängigkeit von dem, was ich besitze, für meine eigene Definition.
Wie sehr gehört für mich mein Besitz zu mir als Person?
Nun ist es mit dem Besitz und den
Menschen ein wenig wie mit Suchtkranken: sie sagen, sie brauchen das
nicht, haben es aber eben gern. Wenn dem so ist, wundert es mich doch
ein wenig, dass die finanziellen Möglichkeiten nicht gleichmäßig
verteilt sind ;-)
Überprüfen Sie es selbst. Für sich
persönlich. Warum brauchen Sie das, was Sie besitzen? Wenn Sie es nicht
brauchen, aber wissen, das andere es bräuchten, was bindet sie daran?
Ich wünsche eine nachdenkliche Zeit...
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