Immer mehr Kinder und Jugendliche weigern
sich zumindest zeitweise die Schule zu besuchen. Ob Grundschule oder
Berufsbildungsschule, dieses Problem ist bei den meisten Eltern und
Lehrern bekannt.
Da wir in Deutschland die Schulpflicht
haben, ist die Antwort der Erziehenden recht einfach: „Du musst aber zur
Schule gehen!“ Teilweise wird noch ein drohendes „sonst gibt es Ärger“
hinzugefügt. Sachlich ist das ja richtig, aber nicht wirklich hilfreich
in der Situation.
Es gibt nur einen Weg aus der Situation:
die Ursache finden, um dann die Ursache zu beheben. Wenn das
funktioniert ist alles wunderbar...
Mit anderen Worten, die Eltern beginnen
unter der Situation in doppeltem Sinne zu leiden. Auf der einen Seite
das Mitgefühl für das leidende Kind und auf der anderen Seite die
„Vorwürfe“ von Außen und damit verbundene Versagens- und Schuldgefühle.
(vgl. http://bit.ly/dLige8)
An dieser Stelle muss festgestellt
werden: Wenn das Kind nicht zur Schule gehen will, geht es nicht zur
Schule. Punkt! So einfach ist das...
Wenn ein Kind hohes Fieber hat, ist es
krank und bleibt zu hause. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wenn ein Kind
zu hause bleibt, ist es krank. Also ganz einfach: zunächst der Weg zum
Arzt für einen Attest und eine Überweisung zu einem Kinder- und
Jugendlichentherapeuten. Damit können auch die Eltern dem Druck von
Außen etwas entgegen setzen. „Warum geht euer Kind nicht zur Schule?“
„Weil es krank ist.“ Auch der Schulpflicht ist damit zunächst genüge
getan.
Ein weiterer und vielleicht
entscheidender Vorteil: Die Eltern können sich dem Kind mit Verständnis
und positiver Zuwendung widmen, anstatt Druck aufzubauen und
Strafsysteme zu installieren. In vielen Fällen führt dies recht schnell
zu einer umfassenden Entspannung der Situation in der das Kind sich
selbst wieder trauen kann und sich den Eltern vielleicht sogar
anvertraut.
Eine schnelle Lösung gibt es in den
meisten Fällen nicht. Ich wünsche allen Betroffenen die nötige Kraft, um
aus dieser Odyssee gestärkt hervorzugehen.
Das unser Schulsystem und die
Lehrmethoden alles andere als angemessen sind, daran besteht kaum ein
Zweifel. Von diesem Standpunkt aus ist es wohl kein schlechtes Zeichen,
wenn ein Kind sich in diesem System nicht zurecht findet.
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