Seine einzigen und sehr schroffen Worte waren: „Wer
hier ist Olaf Dreier?“ Und nachdem ich mich zaghaft gemeldet hatte
fügte nur ein „Umdrehen!“ hinzu.
Die Zustände heute sind schon wesentlich besser.
Sie könnten aber mit Leichtigkeit noch deutlich verbessert werden! Es
gibt einfache Kommunikationsmethoden, die gleichzeitig einen guten
Kontakt zum Patienten ermöglichen, aber dennoch eine emotionale Distanz
für den professionellen Helfer ermöglichen.
Warum hier keine gezielten Schulungen in die Ausbildungen eingebunden werden ist mir ein Rätsel!
Zwei Sätze, die man immer wieder von Eltern,
Pädagogen und medizinischen Fachkräften hört lauten: „Du musst keine
Angst haben. Das wird nicht schlimm!“ Ein ganz einfacher Hinweis an
alle, die im medizinischen oder pädagogischen Bereich arbeiten: Unser
Gehirn kann keine Negationen abbilden!
Die überwiegende Anzahl der Menschen denkt in
Bildern. Stellen Sie sich vor, ein Kind läuft am Wasser entlang und
jemand ruft „Geh nicht zu dicht an das Wasser!“ Was wird wohl passieren?
Im Gehirn des Kindes entsteht zunächst das Bild „zu dicht an das
Wasser“ und danach wird praktisch ein Strich durch das Bild gezogen als
Verneinung.
Für die Sätze „Du brauchst keine Angst haben. Das
wird nicht schlimm!“ gilt dasselbe Prinzip: Bei dem Kind kommt an „Du
musst Angst haben. Das wird schlimm!“ Erst dann wird wieder ein Strich
durch diese Vorstellung gezogen.
Nun sind unsere emotionalen Reaktionen schneller.
Wenn wir wissen (oder denken), dass wir Angst haben müssen, werden in
einem Bereich unseres Gehirns, dem Mandelkern (Amygdala), Botenstoffe
ausgesandt, die unseren Verstand praktisch lahm legen und uns
instinktiver reagieren lassen. Damit ist eine Panik vorprogrammiert.
Also bitte einfach positiv formulieren: „Du kannst
ganz locker bleiben. Das ist ganz wichtig für dich, damit es dir gut
geht!“ Oder, um zu dem Beispiel mit dem Ufer zurück zu kommen: „Bleib
lieber in meiner Nähe, damit du trocken bleibst!“
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