Samstag, 18. Mai 2013

Alle wollen Leistung! Aber was ist das?

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft! Im beruflichen Bereich wird klar Leistung verlangt: gute Geschäftsabschlüsse, effizientes Arbeiten, möglichst viel Arbeit in möglichst kurzer Zeit schaffen. Auch im Freizeitbereich geht es oft um Leistung: höher, schneller, weiter, besser.
Der Leistungsgedanke geht meist einher mit einer klaren Beurteilung. Leistung wird gemessen und dann als gut oder eben auch nicht ausreichend beurteilt.

Die Krux ist nun, dass Leistung (wie alle anderen Dinge auch) nur im Vergleich zu etwas beurteilt werden kann. Hier kommt es in den meisten Fällen zu einem schwerwiegendem Fehler: Die Leistung des Einen wird verglichen mit der Leistung, die im Durchschnitt erreicht wird, oder sogar der Leistung, die bestmöglich zu erreichen wäre. Die Messlatte wird also so hoch gehängt, wie sie für andere maximal hängen könnte.

Dieser Vergleich macht keine Sinn! Es werden sprichwörtlich Äpfel mit Birne verglichen.

Bleiben wir bildhaft bei der Messlatte und vergleichen zwei Hochspringer:
Die beste Leistung des Sportlers A ist ein Sprung über eine Höhe von 1,80 Meter.
Die beste Leistung des Sportlers B ist ein Sprung über eine Höhe von 1,40 Meter.
Vergleicht man die beiden Leistungen miteinander wie es heute üblicherweise gemacht wird, so ist ganz klar die Leistung des Sportler A deutlich besser.


Aber hat der Sportler A wirklich mehr geleistet? Was ist, wenn der Sportler B nur ein Bein hat? Ist seine Leistung dann nicht höher? Was ist, wenn der Sportler A jahrelang trainiert hat und der Sportler B zum ersten Mal einen Hochsprung gewagt hat? Was ist, wenn der Sportler A gedopt ist?

Wer die Leistung eines Menschen wirklich beurteilen will, muss dafür seine Entwicklung und die gesamte Situation sehen. Die Leistungsfähigkeit eines Menschen kann nur im Kontext des Menschen selbst beurteilt werden! Nie aber im Vergleich mit anderen Menschen.

Photo © Hofschlaeger @ pixelio.de
(ursprünglich veröffentlicht am 16.06.2011)

www.dreier-kukt.de

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