Wir leben in einer Leistungsgesellschaft!
Im beruflichen Bereich wird klar Leistung verlangt: gute
Geschäftsabschlüsse, effizientes Arbeiten, möglichst viel Arbeit in
möglichst kurzer Zeit schaffen. Auch im Freizeitbereich geht es oft um
Leistung: höher, schneller, weiter, besser.
Der Leistungsgedanke geht meist einher mit
einer klaren Beurteilung. Leistung wird gemessen und dann als gut oder
eben auch nicht ausreichend beurteilt.
Die Krux ist nun, dass Leistung (wie alle
anderen Dinge auch) nur im Vergleich zu etwas beurteilt werden kann.
Hier kommt es in den meisten Fällen zu einem schwerwiegendem Fehler: Die
Leistung des Einen wird verglichen mit der Leistung, die im
Durchschnitt erreicht wird, oder sogar der Leistung, die bestmöglich zu
erreichen wäre. Die Messlatte wird also so hoch gehängt, wie sie für
andere maximal hängen könnte.
Dieser Vergleich macht keine Sinn! Es werden sprichwörtlich Äpfel mit Birne verglichen.
Bleiben wir bildhaft bei der Messlatte und vergleichen zwei Hochspringer:
Die beste Leistung des Sportlers A ist ein Sprung über eine Höhe von 1,80 Meter.
Die beste Leistung des Sportlers B ist ein Sprung über eine Höhe von 1,40 Meter.
Vergleicht man die beiden Leistungen
miteinander wie es heute üblicherweise gemacht wird, so ist ganz klar
die Leistung des Sportler A deutlich besser.
Aber hat der Sportler A wirklich mehr geleistet? Was ist, wenn der Sportler B nur ein Bein hat? Ist seine Leistung dann nicht höher? Was ist, wenn der Sportler A jahrelang trainiert hat und der Sportler B zum ersten Mal einen Hochsprung gewagt hat? Was ist, wenn der Sportler A gedopt ist?
Wer die Leistung eines Menschen wirklich
beurteilen will, muss dafür seine Entwicklung und die gesamte Situation
sehen. Die Leistungsfähigkeit eines Menschen kann nur im Kontext des
Menschen selbst beurteilt werden! Nie aber im Vergleich mit anderen
Menschen.
Photo © Hofschlaeger @ pixelio.de
(ursprünglich veröffentlicht am 16.06.2011)www.dreier-kukt.de
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