In diesem Post beziehe ich mich, wenn ich
von einem Team schreibe, nicht nur auf ein Team in einem Unternehmen.
Der Begriff ist hier erweitert zu sehen auf den privaten Bereich: auch
eine Familie, eine Clique, ein Verein oder ähnliches sind ein Team.
Nun kennt wohl jeder eine Situation, in
der sein Team eine Aufgabe zu bewerkstelligen hat. Es geht um die
Entwicklung neuer Ideen oder Verfahren. Vielleicht soll etwas geplant
werden. Alle bringen sich ein und äußern ihre Ideen bis Einigkeit
herrscht. Dann ist es soweit: es meldet sich der ewige Nörgler und
Bremser mit der Aussage, dass an bestimmte Dinge nicht oder nicht
ausreichend gedacht wurde. Alle stöhnen auf, weil doch eigentlich schon
alles fertig war...
Ebenso unbeliebt ist oft derjenige im
Team, der immer wieder eine „Extrawurst“ braucht. Alle sind sich einig
über eine bestimmte Sache und halten sich daran. Dann kommt er wieder
und macht es doch wieder anders...
Warum ist das so?
Das Institut für
persönlichkeitsorientiertes Management beschreibt hier sehr schön sechs
grundlegende Ausprägungen von Persönlichkeiten, bzw. sechs grundlegende
polare Bedürfnisse des Menschen:
Individualität – Zugehörigkeit
Erkenntnis – Empathie
Sicherheit – Durchsetzung
Wenn es um die Entwicklung neuer Ideen
und um die „Eroberung“ neuer Felder geht, sind Menschen mit einem
Bedürfnis nach Durchsetzung, also dem Drang nach neuen Taten, dem Wunsch
neue Ufer zu erobern und zu entdecken, gefragt. Schnell soll es weiter
gehen!
Der oben beschriebene notorische Nörgler
hat ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis. Alles soll lieber einmal zu
viel als zu wenig geprüft werden. Es will alles wohl abgewogen werden!
Eine solche Position in einem Team aus
Eroberern zu haben ist sehr schwer und verdient absoluten Respekt.
Einerseits wegen der hohen persönlichen Integrität, die dahinter steckt,
und andererseits wegen der enorm wichtigen Sicherheitsfunktion.
Ebenso verhält es sich mit der
„Extrawurst“. Das Bedürfnis nach Individualität, also das „aus dem
Rahmen fallen“, steht dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit, also dem
Anstreben einer möglichst gleichgeschalteten Gemeinschaft, entgegen. Nun
würde es wohl kaum herausragende Momente geben, wären da nicht eben
diese „Extrawürste“. Und aus so mancher „Extrawurst“ ist ein neues
Produkt/Verhalten entstanden, dass von der Gemeinschaft übernommen
wurde.
Gemäß dem Spruch „Gegensätze ziehen sich
an“ macht es also Sinn, sich unliebsame Teamkollegen genauer anzugucken
und sich zu fragen, was einem Selbst vielleicht fehlt, was der Andere
hat!
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