Das Gesundheitssystem ist letztendlich ein riesiger und finanzkräftiger Wirtschaftszweig. Es gilt also primär das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wenn man dieses Marktwirtschaftliche Prinzip auf den Gesundheitsbereich überträgt, wird der grundlegende Fehler deutlich:
Das Produkt, das verkauft wird, ist Gesundheit.
Die Krankheitskosten in Deutschland betrugen 2006 etwa 236 Milliarden Euro, davon Krankenhausbehandlung 34 %, ärztliche Behandlung 15,1 % , zahnärztliche Behandlung 5,2 %.
Die Umsätze allein der Top-10 Pharmaunternehmen (global) betrugen 321,7 Milliarden Dollar. Die Bayer Shering Pharma lag 2009 auf Rang 12 mit „nur“ etwa 15 Milliarden Dollar Umsatz.
(Quelle: Wickipedia)
Das Produkt, das verkauft wird, ist Gesundheit. Verkauft wird also alles, was die Pharmaindustrie zu bieten hat. Aber auch Nahrungsergänzungsmittel, Fitnessgeräte und Wellnessprodukte spielen in diesen Markt hinein.
Die Hersteller haben ihre eigenen Vertriebsnetze, aber letzten Endes läuft ein großer Teil des Vertriebs über Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, etc. Wohl kaum ein Wirtschaftsbereich hat ein so umfangreiches Vertriebsnetz. Es geht also um viele Menschen, die von dem System leben und es geht um viel Geld, das in diesem System fließt. Am Rande erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch den gigantischen Forschungsbereich unter staatlicher, militärischer und privater Schirmherrschaft.
Es muss also zwangsläufig das Ziel der Gesundheitswirtschaft sein, dass es mindestens eine gleich bleibende Anzahl kranker Menschen gibt, bzw. der Mangel an Gesundheit aufrechterhalten wird!!
Vor diesem Hintergrund ist es nicht weiter verwunderlich, dass es Ärzte gibt, die weniger hilfreich sind, als andere, aber dennoch finanziell erfolgreich praktizieren. Ebenso wenig ist es verwunderlich, dass Pflegepersonal meist unterbezahlt und über Gebühr strapaziert wird. Auch die wenig erfreulichen Zustände in vielen Krankenhäusern scheinen aus diesem Blickwinkel eher positiv.
Das alternative Therapien und Gesundheitsansätze nicht nur nicht von den Krankenkassen gezahlt werden, sondern darüber hinaus oft als esoterischer Humbuck dargestellt werden scheint eine logische Folge, sind doch die möglichen Gewinne erheblich geringer als in der klassischen Medizin…
Eine einfache Möglichkeit in diesem System die Prioritäten zu ändern, wäre eine Rücknahme der Entmündigung der Patienten und eine gleichzeitige Koppelung des möglichen Gewinns an den langfristigen Erfolg der Behandlung. Das könnte in der Praxis so aussehen:
Ein positiver Nebeneffekt: es werden nur die Medikamente verschrieben, die auch langfristig viel versprechend helfen.
Diese Prämie könnte nun weiter in regelmäßigen Abständen für einen bestimmten Zeitraum ausgezahlt werden. Die Höhe der Prämie könnte abhängig von dem zu behandelnden Krankheitsbild festgelegt werden. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt und der Dokumentationsaufwand wäre kaum höher als heute.
Für den Patienten hätte dieses System zwei entscheidende Vorteile:
1. Der Patient könnte sich an jeden Mediziner/Therapeuten/Heiler wenden, der ihm kompetent erscheint.
2. Der Patient könnte sich sicher sein, dass alles getan wird, damit er möglichst ewig gesund bleibt.
Der große Nachteil für viele Menschen, die vom bisherigen System profitieren: Sie müssten gravierende finanzielle Einschnitte hinnehmen!
© Photos > Tabletten: Rainer Sturm, Schilder: Gerd Altmann, Akkupunktur: Sabine Weie //pixelio.de
(ursprünglich veröffentlicht 27.02.2011)
www.dreier-kukt.de
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